03.03.2020
Kommunale Flächen naturnah gestalten: "Seien Sie mutig!"

Um Ideen und Möglichkeiten kommunale Flächen naturnah zu gestalten ging es beim Vortrag den die Freie Wählergemeinschaft Wartenberg den Bürgern und politischen Vertretern anbot.

Eingeladen hatte die FWG dazu Landschaftsgestalter Oliver Daxauer von der Landschaftspflege Daxauer in Vilsbiburg sowie Doris Maroski, Landschaftsarchitektin der Firma KomPLan in Landshut. Bürgermeisterkandidat Robert Hegenauer freute sich über das rege Interesse an dem Thema. Der Vortrag richtete sich nicht nur an Firmen und kommunale Mandatsträger, sondern auch an private Gartenbesitzer und naturverbundene Vereine.

"Grünanlagen sollen als Bereiche gestaltet werden, die Lebensraum für Mensch und Tier bieten", so Oliver Daxauer. Mit einem Rätsel beschäftigte er gleich zu Beginn die Besucher: Wie viele Schmetterlingsarten finden sich in unseren Eichen? Die Antwort war verblüffend: Es sind 154 Arten, und in Birken tummeln sich 125 Arten Schmetterlinge. "Die Biodiversität, die Vielfalt des Lebens, braucht Fläche in Form von Wald, Wiese und Wasser", so Oliver Daxauer. Allein die 560 Wildbienenarten gilt es zu schützen und ihnen den Lebensraum nicht zu entziehen. "Klima und Luft sind Schutzgut", appellierte Daxauer und zeigte mit viel Bildmaterial naturnahe Flächengestaltung, die dieses wertvolle Schutzgut erhält. Keine Versiegelungen, dafür mit Standort angepassten Aussaaten und durchdachten Pflegekonzepten lassen sich nachhaltige und artenreichen Grünflächen entwickeln. Auch im öffentlichen Bereich geht mittlerweile das Konzept zur Gestaltung von Grünbereichen zu mehrjährigen Blumenwiesen, zu grünen Pausenarealen für Schulen und Kindergärten und auch zu Natursteinmauern in denen Tiere Unterschlupf finden können.

Steingärten in Neubaugebieten werden oftmals von Bauträgern an unwissende Kunden als pflegeleichte Bepflanzung verkauft. Tatsächlich sind solche Kieswüsten jedoch pflegeintensiver als man glaubt und schaden unsere Umwelt erheblich. Daher hat so manche Gemeinde diese Art der Grundstücksgestaltung bereits verboten. Wir als FWG begrüßen diesen Weg und stehen ein für eine naturnahe Begrünung in unserer Gemeinde. Jeder kann im eigenen Garten einen kleinen Beitrag für die Umwelt leisten. Die Natur und kommende Generation wird es uns danken.

Text + Foto: Kronseder