25.05.2021
Infoveranstaltung: Wasserstofftankstellen im LKR Erding

Die beiden Kreisverbände FW und FDP luden zu einer gut besuchten Onlineveranstaltung über den Beitrag zur Energiewende, den grüner Wasserstoff leisten kann. 35 interessierte Teilnehmer folgten der Veranstaltung, darunter einige Bürgermeister und Kreisräte.

Referent war Dr. Tobias Brunner, Geschäftsführer der Firma Hynergy. Hynergy ist Mitbegründer der Wasserstoffmodellregion HyBayern der Landkreise Landshut, Ebersberg und München. 

Herr Dr. Brunner stellte die Initiierung und Planung von Bayerns grüner Wasserstoffmodellregion vor, welche mindestens 4500 t CO2 Einsparung im Jahr in der betroffenen Region erzielen soll. In der Modellregion „HyBayern“ entstehen durch die Betreibergesellschaft für den Elektrolyseur, die Verteilerflotte und die Wasserstofftankstellen Arbeitsplätze und neue Geschäftsmodelle in der Region. Zudem stärkt die Modellregion die Bewerbung um ein nationales Innovations- und Technologiezentrum Wasserstoff, um das sich ein gesamtbayerisches Konsortium um Hynergy, TÜV SÜD, MR PLAN, TesTneT, die Ludwig-Bölkow-Systemtechnik und den bayerische Forschungsverbund aus TU München, Helmholtz-Institut Erlangen-Nürnberg und FAU Erlangen-Nürnberg bewirbt. In dessen Folge sollen mehrere Hundert neue Arbeitsplätze entstehen.

Wesentlicher Punkt der Diskussion war Brunners ausführlich begründete Argumentation, wonach Batterie-Elektrofahrzeuge in Deutschland auf der Langstrecke keine allumfassend tragfähige Lösung für die Mobilität sein können, und auch nicht geeignet sind, die Umweltbelastungen kurz- und mittelfristig schnell genug zu verringern. Sowohl der für das Laden vorwiegend verwendete Netzstrom bringt weiterhin einen erheblichen CO2-Fußabdruck mit sich, aber auch für die Batterieherstellung fallen durch den hohen Energieeinsatz erhebliche CO2-Emissionen an.

Dem gegenüber ist grüner Wasserstoff als Kraftstoff und Energieträger umweltfreundlich aus Überschüssen erneuerbarer Energien wie Wind- und Solarkraft produzier- und speicherbar, leicht transportabel und kann an Tankstellen analog heutiger Gewohnheiten binnen weniger Minuten in Fahrzeugtanks gefüllt werden. Klimapolitisch könnte man mit dem Einsatz von grünem Wasserstoff im Verkehr sehr kurzfristig zur Reduzierung von Treibhausgasen beitragen. Der Einsatz von Brennstoffzellen in LKWs und Regionalbussen hat großes Potenzial u. a. wegen der kurzen Tankdauer und ist wirksame Maßnahme zur CO2-Reduzierung. Auch die Lärmemission und Verkehrsgeräusche auf Autobahnen können durch den praktisch geräuschlosen Antrieb signifikant reduziert werden.

Themen wie die Herstellungskosten und Sicherheit von Wasserstoff wurden angesprochen. Das Vorurteil, dass Wasserstoff als Autotreibstoff extrem gefährlich ist, ist überholt. Heutige Tank- und Betankungstechnologien im Umgang mit Wasserstoff erfüllen höchste Sicherheitsstandards und Wasserstoff-Brennstoffzellenfahrzeuge unterliegen den gleichen Sicherheitsanforderungen wie heutige Benzin- und Dieselfahrzeuge. Die Brandgefahr ist bei Benzintanks situationsabhängig unter Umständen größer.

Georg Els, Fraktionsvorsitzender und Kreisrat der Freien Wähler, schlussfolgerte, wenn Transport und Lagerung von Wasserstoff schon jetzt machbar sind, muss man sich jetzt für die Zukunft Gedanken machen und über Standorte und Installation solcher Tankmöglichkeiten im Kreis Erding beraten. Rosi Neumeier-Korn, Kreisrätin FDP, fügte noch hinzu, der Kreis Erding als weißer Fleck im Herzen der Verbundregion Ebersberg-München-Landshut müsse dringend aufholen. Überlastete Stromnetze und lange Ladezeiten von E-Autos könne man so ausweichen. Die Nachbarlandkreise haben bereits Standorte und derartige Tankmöglichkeiten festgelegt.

Die Fraktion der Freien Wähler mit FDP überlegen einen konstruktiven Vorschlag im Kreistag einzubringen um das Thema „Wasserstofftankstellen im Kreis Erding“ zielorientiert voranzutreiben.

Quelle: fw-landkreis-erding.de